Konrad Michel, MD

In schwierigen Lebenssituationen sehen wir manchmal Suizid als mögliche Lösung.

Sich etwas anzutun ist eine andere Sache.

Kurz und bündig:
Was alle über Suizid wissen müssen

Eine zutiefst schmerzhafte Erfahrung kann einen Alarmzustand mit hohem emotionalen Stress auslösen.

Wenn wir keine Lösung für einen seelischen Schmerz sehen, können wir die Hoffnung und den Glauben an uns selbst verlieren.

Die Situation kann lebensbedrohlich werden, wenn das emotionale Gehirn das rationale Gehirn ausser Kraft setzt und uns vorgaukelt, dass Suizid die einzige Lösung ist, um den unerträglichen psychischen Zustand zu beenden.

Menschen, die einen Suizidversuch überlebt haben, erzählen uns, dass sie im Nachhinein erkannt haben, dass sie handelten wie von einem Autopilot-Programm gesteuert und nicht sich selbst waren.

In emotionalen Krisen können wir Dinge tun, die wir hinterher bereuen. Suizid ist eines davon.

Der Familie und den Freunden vorzuspielen, dass es uns gut geht, kann tödlich enden.

Der Schlüssel zum Überleben einer suizidalen Krise liegt darin, Scham und Schmerz zu akzeptieren und mit einer vertrauten Person über die scheinbare emotionale Sackgasse zu sprechen und

die persönlichen Warnzeichen und Sicherheitsstrategien zu kennen.

Acting on suicidal thoughts is a different matter.

Suizid ist keine Krankheit: Die Geschichte dazu.

Referenzen

„Ich erinnere mich lebhaft an die Workshops auf der Konferenz, in denen Konrad Videos von Patienten zeigte, die von ihren Suizidgedanken und von Suizidversuchen berichteten. Wir analysierten die Gespräche zwischen den Patienten und Therapeuten, reflektieren gemeinsam darüber, um die besten Therapieansätze zu ermitteln und aus diesen Erfahrungen zu lernen.

Rory O’Connor. When It Is Darkest (p.223). Ebury Publishing 2021. Kindle-Version. (Übersetzung K.M.)

„Der Bereich der klinischen Suizidprävention explodiert in Bezug auf Schwerpunkte und Forschung. In diesem Zusammenhang ist das „Attempted Suicide Short Intervention Program“ (ASSIP) vielleicht die bedeutendste Innovation, die wir in den letzten zehn Jahren bei der Einschätzung und Behandlung von Suizidrisiken erlebt haben. Dieser patientenzentrierte Ansatz wurde von einem hervorragenden Team aus Klinikern und Forschern entwickelt und basiert auf einer soliden Theorie, auf klinischer Praxis und wissenschaftlicher Evaluation. Es handelt sich um einen bahnbrechenden Beitrag, der möglicherweise einen grundlegenden Wandel in unserem Denken über wirksame Interventionen zur Rettung des Lebens suizidgefährdeter Patienten einleitet.“

David A. Jobes, PhD, Professor of Psychology, The Catholic University of America, Washington, DC, USA (Übersetzung K.M.)