Was alle wissen sollten
Hier ist, was ich an alle weitergeben möchte, die suizidgefährdet sind, an diejenigen, die eine suizidale Krise durchgemacht haben, aber auch an Menschen, die bisher noch nie über Suizid nachgedacht haben.
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In emotional schwierigen Situationen, wenn wir in einer Sackgasse sind, aus der wir keinen Ausweg sehen, ist es nicht ungewöhnlich, Suizidgedanken als Option zu entwickeln. Glücklicherweise ist es in der Regel ein langer Weg vom Suizidgedanken zur Suizidhandlung. Aber wir müssen alle wissen, dass unser Gehirn uns dazu bringen kann, zu glauben, dass Suizid die einzige Lösung ist, wenn der emotionale Stress zunimmt.
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Alle sollten wissen, dass psychische Schmerzen zu einem extrem unerträglichen Gefühl werden können. Es kann das typische katastrophale Denken erzeugen – „Es wird nie nachlassen, es wird sogar noch schlimmer werden“.
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Alle sollten wissen, dass die Situation eskalieren und lebensbedrohlich werden kann, wenn der emotionale Stress zunimmt und wenn psychische Schmerzen unerträglich werden. Das Suizidrisiko ist hoch, wenn wir konkrete Pläne entwickeln, wie wir unser eigenes Leben beenden könnten, und wenn wir anfangen zu glauben, dass andere (Familie, Freunde) ohne uns besser dran wären.
Sich in unsere eingeengte Welt zurückzuziehen und so zu tun, als wäre alles in Ordnung, ist ein weiteres ernstes Warnzeichen.

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Alle sollten wissen, dass unser Gehirn in solchen Momenten die Fähigkeit zu verliert, rational zu denken. Im Alarmmodus werden unsere rationalen Denk- und Problemlösungskapazitäten weitgehend abgeschafft. Einige Forscher haben den Begriff „kognitive Myopie“ verwendet, was eine extreme Kurzsichtigkeit in unserem Denken bedeutet, die keine anderen Überlegungen mehr zulässt. Das emotionale Gehirn übernimmt und treibt uns zu einer sofortigen Lösung, um den unerträglichen und existenziell bedrohlichen psychischen Zustand zu beenden. Kurz: In sehr stressigen Situationen können wir nicht darauf vertrauen, dass unser Gehirn in unserem Interesse handelt.
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Und alle sollten wissen, dass wir aufgrund von Geschichten von Menschen, die überlebt haben, davon ausgehen müssen, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen, die durch Suizid sterben, im Nachhinein bereuen würde, was sie getan haben. Dies wird von Menschen geschildert, die von Brücken springen, überleben, und sagen, dass ihnen Sekunden nach dem Sprung bewusst wurde, dass das, was sie gerade getan hatten, falsch war.
Suizid ist keine Krankheit: Die Geschichte dazu.
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Und schliesslich müssen alle wissen, dass Suizid bei weitem nicht unvermeidlich ist. Wir können lernen, uns der gefährlichen Entwicklungen bewusst zu werden, und auch zu wissen, was wir dagegen tun können.
Die ASSIP-Studie spricht eine klare Sprache: Von 120 Patienten, die einen Suizidversuch unternommen hatten, ereigneten sich in der mit ASSIP behandelten Gruppe in den folgenden 24 Monaten fünf weitere Suizidversuche. In der Kontrollgruppe ereigneten sich im selben Zeitraum 41 Versuche. Erstaunlicherweise hatten die Menschen in nur drei Therapiesitzungen nicht nur ihr persönliches Verständnis der Suizidalität, sondern auch ihre persönlichen Warnzeichen und Sicherheitsstrategien entwickelt (hier finden Sie weitere Informationen über ASSIP).
Auch du kannst lernen, wie du mit emotional schwierigen und schmerzhaften Situationen umgehen kannst.
Du findest mehr zum neuen Ansatz zum Verständnis des suizidalen Menschen im Buch von Konrad Michel.